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ARBEITSKREIS SOZIOLOGIE

Prof. Dr. Johannes Weyer (TU Dortmund), Dipl.-Ök. Marc Delisle, M. Sc. Sebastian Hoffmann.

Welche Daten sendet mein Smartphone wann und an wen? Welche Daten bekommen Facebook, Google und Co von mir und was erhalte ich als Nutzer im Gegenzug? Wofür und wie lange werden meine Daten gespeichert? Wer kann mich vor Datenspionage schützen: Internetfirmen bzw. -anbieter oder der Staat? Warum vertrauen wir den großen Internetfirmen – trotz wiederholter Datenskandale – unsere Daten an?

Um diesen und weiteren Fragen nachzugehen, wird der Arbeitskreis Soziologie zunächst die gesellschaftlichen RISIKEN untersuchen, die von aktuellen Entwicklungen im Bereich Big Data ausgehen. Diese Risiken umfassen beispielsweise die Veränderung der Privatsphäre (Post-Privacy vs. verstärkter Datenschutz), die Verlässlichkeit der aus Big Data Analysen generierten Erkenntnisse (Korrelation vs. Kausalität), sowie den neu entstehenden „Digital Divide“ zwischen denen, die Big Data nutzen können und denen, die keinen Zugang oder keine Kompetenzen dazu haben. Weiterhin sollen potentielle CHANCEN von Big Data, wie Predictive-Analysis oder die exaktere Modellierung kollektiver Dynamiken, Tendenzen und Figurationen aus einer soziologischen Perspektive analysiert werden. In diesem Zusammenhang  werden Big-Data-Analysen ein besonderes Potential im Bereich der ECHTZEITSTEUERUNG von Cyber-Physical Systems zugeschrieben, in denen enorme Datenmengen dezentral generiert werden. All diesen Fragen ist dabei eines gemeinsam: VERTRAUEN. Denn Vertrauen ist sowohl die Grundlage für viele Geschäftsmodelle des Web 2.0 und fortgeschrittene Big-Data-Anwendungen. Welchen Einfluss Vertrauen hat, wie es im Zeitalter der Big Data entsteht und aufrechterhalten wird und ob ein Daten- bzw. Vertrauensmissbrauch durch die Entwicklung moralischer Standards und institutioneller Rahmen vermieden werden  kann, stellt den Schwerpunkt des Arbeitskreises dar.

Die geschilderten Arbeitsschwerpunkte stehen dabei in einem interdependenten Zusammenhang; so stellen lokal generierte Daten die Grundlage für die Echtzeitsteuerung von Systemen dar, die dafür erforderliche Erhebung enormer Datenmassen stellt an sich bereits das bestehende Konzept von Privatsphäre in Frage und letztendlich würde eine solche Erhebung nicht funktionieren, wenn die Nutzer/Urheber den erforderlichen Technologien und auswertenden Akteuren (u. a. Unternehmen, Staat und Wissenschaft) nicht vertrauen. Der Arbeitskreis Soziologie wird somit die gegenwärtigen Entwicklungen aus einer soziologischen Perspektive analysieren und mögliche, zukünftige Entwicklungen und Handlungsoptionen aufzeigen.

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